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Computer Troubleshooting – Teil 1

Mittwoch, November 25th, 2009

Nichts ist so vielfältig wie die Probleme, vor die uns Computer und Netzwerke immer wieder stellen. Gestern war noch alles in Ordnung, heute verweigert der PC oder Server seinen Dienst, oder eine einzelne Anwendung streikt, oder die Performance lässt auf einmal zu wünschen übrig, oder…

Es hilft nichts, der Troubleshooter ist nun gefragt. Am Anfang jedes Troubleshootings steht eine umfassende Bestandsaufnahme der Problematik:

  • Wie äußert sich das Problem?
  • Welche Systeme oder Teilsysteme sind betroffen?
  • Ist nur ein System oder sind mehrere gleichartige Systeme betroffen?
  • Ist nur ein Benutzer oder sind mehrere Benutzer, die mit dem gleichen System arbeiten, betroffen?
  • Gab es kürzlich Änderungen am betroffenen System?
  • Wann ist das Problem zum ersten Mal aufgetreten?
  • Ist das Problem beliebig reproduzierbar?
  • Gibt es Fehlermeldungen oder lassen sich Informationen aus Log-Dateien ableiten?
  • Hat der Benutzer weitere Informationen, bzw. kann er den Prozess, der zum Problem führte, beschreiben?
  • Auf welchem Patchlevel (BIOS, Firmware, Betriebssystem, Anwendungen) befinden sich die betroffenen Systeme?

Je sorgsamer und detaillierter der Troubleshooter diese Fragen beantworten kann, um so leichter fällt ihm die Fehleranalyse. Alle gesammelten Informationen fließen beim Troubleshooter zusammen. Aufgrund seiner Erfahrung kann er sich meist einige Fragen schon selbst beantworten. Jedoch sollte er bei der kleinsten Unsicherheit eine Frage lieber zweimal stellen, als dass eine wertvolle Information verloren geht oder dass er aufgrund einer Fehlannahme nicht voran kommt.

Aus den gesammelten Informationen lassen sich Hypothesen ableiten, welche Ursache oder welche Ursachen zum Problem geführt haben könnten. Mit verschiedenen Methoden, die in Teil 2 dieses Artikels beschrieben werden, kann der Troubleshooter nun jede der aufgestellten Hypothesen entweder bestätigen oder widerlegen – so lange, bis das Problem gelöst ist.

Ganz wichtig: Bevor der Troubleshooter aktiv in laufende Systeme eingreift, ist eine Datensicherung des aktuellen Standes angesagt. Nichts ist schlimmer, als wenn sich durch ein Troubleshooting die Gesamtsituation verschlechtert oder ganz und gar Daten verloren gehen. Der Troubleshooter kann mit ruhigem Gewissen seiner Arbeit nachgehen, wenn er jederzeit bereit und dazu fähig ist, auf den Stand der letzten Datensicherung zurückzugehen.

Wird fortgesetzt…

Troubleshooting von E-Mail-Problemen

Montag, November 23rd, 2009

E-Mails sind aus dem Geschäftsalltag kaum mehr wegzudenken. Praktisch jede Art von Kommunikation findet auf dem E-Mail-Weg statt. Wenn der E-Mail-Versand oder -Empfang einmal gestört ist, klopft schnell die Geschäftsführung an und besteht auf einer schnellen Behebung der Störung.

Wie schon im Artikel Troubleshooting von Druckerproblemen beschrieben, ist es auch beim Troubleshooting von E-Mail-Problemen wichtig, die beteiligten Teilsysteme und die Wege, die eine E-Mail vom Sender zum Empfänger nimmt, genau zu kennen. Typische Teilsysteme, die beim Versenden und Empfangen von E-Mails in einer Microsoft-Umgebung zusammenspielen, sind:

  • Outlook-Client
  • Exchange-Server
  • Mail-Gateway / SMTP-Smarthost / SMTP-Relay-Server
  • Spam-Filter

Bei E-Mail-Problemen (d. h. eine Nachricht, die A abschickt, kommt nicht bei B an) hat es sich für den Administrator bewährt, sich selbst in die Lage der E-Mail zu versetzen und schrittweise die beteiligten Systeme zu durchlaufen. Dabei werden Informationen gesammelt, die anschließend analysiert werden.

Systematisches Vorgehen beim E-Mail-Troubleshooting:

  • Zunächst sollte versucht werden, einem internen Teilnehmer eine E-Mail zu schicken, um eine Fehlkonfiguration des Exchange-Servers  auszuschließen.
  • Gelingt der Versand einer E-Mail an einen internen Teilnehmer, kann davon ausgegangen werden, dass die Kommunikation zwischen Outlook-Client und Exchange-Server funktioniert.
  • Über eine Telnet-Sitzung kann direkt über das Mail-Gateway bzw. den SMTP-Smarthost eine E-Mail verschickt werden. Funktioniert dies, sollte die Schnittstelle zwischen Exchange-Server und Mail-Gateway genauer untersucht werden.
  • Schließlich kann über eine Telnetsitzung auch direkt eine E-Mail in den Mail-Server des Empfängers eingeben werden (Hostname bzw. IP-Adresse des Empfängerservers ergeben sich aus den MX-Einträgen der Empfängerdomain). Bringt diese Verfahrensweise Erfolg, hat liegt vermutlich ein Problem mit dem Mail-Gateway vor.

Sammeln von Informationen:

  • Nachricht selbst: Header-Informationen
  • Outlook-Client: Fehlermeldungen des Clients, Windows-Eventlogs
  • Exchange Server: Exchange-Logs, Message Tracking Center, Windows Eventlogs
  • Mail-Gateway: Server-Logs

Oft sind vermeintliche E-Mail-Zustellungsprobleme lediglich Effekte der Spamfilterung oder des Virenschutzes. Beispielsweise können Nachrichten teilweise mehrere Stunden verzögert eintreffen, wenn das Greylisting-Verfahren zur Spamfilterung eingesetzt wird. Fehlende Anhänge sind oft im MIME-Filter des Mail-Gateways zu finden.

Über Echo-Mails (z. B. an echo@tu-berlin.de) lässt sich auf schnelle und einfache Weise prüfen, ob alle beteiligten Systeme korrekt zusammenarbeiten.

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