Die Datensicherung ist einer der wichtigsten Prozesse in jedem Computernetzwerk. Auch im Troubleshooting-Fall sollte der Admin stets dafür sorgen, dass er über eine aktuelle, wiederherstellbare Sicherung des Systems, an das er Hand anlegt, verfügt.
In diesem Artikel geht es um die klassische Datensicherung, also das Kopieren von Daten auf ein separates Medium. RAID-Systeme (z. B. Festplattenspiegelung) können zwar die Verfügbarkeit von Systemen erhöhen, sie als Datensicherungsmethode aufzuführen, ist jedoch schlicht falsch – denn was nützen einem gespiegelte, aber korrupte Daten?
1. Sicherung von Nutzdaten
Bei reinen Fileservern ist es meist ausreichend, nur die Nutzdaten zu sichern. Dabei werden die Daten von einem Backup-Tool auf ein anderes, möglichst räumlich entferntes System kopiert. Meist ist auf dem zu sichernden Server ein so genannter Backup-Agent aktiv. Voraussetzung für den Erfolg dieser Backup-Methode ist, dass die nicht gesicherten Daten (also das Betriebssystem) schnell wieder hergestellt werden können. Sobald jedoch eine umfangreiche Betriebssystemkonfiguration vorliegt, muss auf eine vollständige Sicherung zurückgegriffen werden.
Vorteil: Das Kopieren der Nutzdaten ist eine einfache und wirkungsvolle Backup-Methode. Sie funktioniert problemlos auch ohne teure Backup-Software und Agent.
2. Vollständige Sicherung
Mühevoll eingerichtete Computersysteme sollten stets vollständig gesichert werden. Auch das ist prinzipiell per Agent möglich. Nachteil dabei: Falls eine Wiederherstellung notwendig wird, müssen zunächst ein blankes Betriebssystem installiert und der Backup-Agent aktiviert werden. Eine langwierige und Fehler anfällige Backup-Methode.
3. Sicherung von einer höheren Ebene aus
Da letztendlich die Festplatte Träger aller Informationen (Betriebssystemkonfiguration und Nutzdaten) ist, liegt der Gedanke nahe, zu Backup-Zwecken ein vollständiges Backup der Server- oder PC-Festplatte zu erstellen. Dies ist mit Imaging-Tools möglich. Innerhalb kürzester Zeit kann ein komplettes Festplattenabbild erzeugt werden. Auch die Wiederherstellung so gesicherter Systeme gestaltet sich als problemlos. Bei Rücksicherungen auf abweichende Hardware sind jedoch Inkompatibilitäten möglich.
Besonders einfach können die Festplatten virtueller Maschinen gesichert werden. Nach der Erstellung eines Snapshots werden die vmdk-Dateien kopiert. Dementsprechend einfach ist auch die Wiederherstellung: VM-konfigurationsdatei und Festplattendatei werden zurückkopiert, die Maschine registriert und gestartet. Für das ESX- oder ESXi-Backup existieren kostenlose und kostenpflichtige Tools.
Prinzipiell ist die Sicherung von einer höheren Ebene aus immer anzustreben, da somit die Art und Einrichtung des Betriebssystems keine Rolle spielt. Diese Backup-Methode deckt alle Arten von Systemen gleichermaßen ab und ist einfach zu handhaben.
Aber auch die klassische Sicherung durch direktes Kopieren hat ihre Berechtigung. Sie kann performanter sein, wenn der Anteil der Nutzdaten am gesamten Festplattenvolumen sehr klein ist. Vorteile bieten sich auch bei der Wiederherstellung einzelner Dateien.